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05.05.2009 15:14 bearbeitet.



Antikörpertest, PCR, Virenlast und Genotyp

Erhöhte Leberwerte sind Anlass, weitere Blutuntersuchungen durchzuführen. Normale Leberwerte sind allerdings kein verlässlicher Faktor, um eine Leberentzündung auszuschließen. Gerade bei Hepatitis C weiß man, dass die Erkrankung oftmals in Schüben verläuft und die Leberwerte meist nur während dieser entzündlichen Schübe erhöht sind. In den Zwischenphasen können die Laborwerte normal oder grenzwertig sein. Dadurch wird die Diagnostik erheblich erschwert.

Erhöhte Leberwerte erlauben den Verdacht, dass eine Lebererkrankung vorliegen kann, jedoch geben sie keine Informationen, um welche Krankheit es sich handelt. Deshalb müssen weitere Tests durchgeführt werden, um die Hepatitis C eindeutig zu identifizieren.

Ihr Arzt wird bei Verdacht auf eine virale Leberentzündung (Hepatitis) zuerst einen Antikörpersuchtest (wird auch bezeichtnet als AKT, HCV-Antikörper, Anti-HCV) durchführen, um zu sehen, ob und ggf. welche Hepatitis bei ihnen vorliegt.

Bestätigt sich der Verdacht und es handelt sich um eine Hepatitis C, wird ein sogenannter Bestätigungstest (HCV-PCR oder in Sonderfällen Immunoblot) durchgeführt.

Ist nun endgültig eine Hepatitis C bestätigt, werden weitere Bluttests (Bestimmung der Virenlast und des Genotyps) notwendig, um eine Therapie-Entscheidung treffen zu können.

 

Antikörpersuchtest, AKT, Anti-HCV, HCV-Antikörper

Unser Immunsystem bildet gegen Erreger Abwehrstoffe. Diese haben die Aufgabe, Eindringlinge zu erkennen und abzuwehren (bei Hepatitis C gelingt das jedoch nicht ohne weiteres, da das Virus ständig seine Oberfläche ändert und daher nicht erkannt wird). Diese Abwehrstoffe nennt man Antikörper.
Auch gegen Hepatitis C werden Antikörper gebildet, die in der Regel nach 2-6 Monaten im Blut nachgewiesen werden können. In Ausnahmefällen auch schon früher oder auch später.
Den Zeitraum, vom Eindringen der Viren bis Nachweis der Antikörper im Blut nennt man "Serolatenz" (Sero=im Blutserum, latenz= verborgen, noch nicht in Erscheinung getreten), was auch eine große Rolle im Blutspendewesen spielt. Es wird dort vom "diagnostischen Fenster" gesprochen, das also den Zeitraum beschreibt, indem das Virus zwar vorhanden ist, aber nicht nachgewiesen werden kann. Deshalb werden Blutkonserven nicht sofort verwendet, sondern erst dieser Zeitraum abgewartet, ob bei den Blutuntersuchungen beim Spender noch ein positiver Wert entdeckt wird bzw. es kann auch ein "PCR" gemacht werden, bei dem der Nachweis schon wesentlich früher gelingt, aber sehr teuer ist.

Der Nachweis der Antikörper gibt keinen Hinweis, ob es sich um eine akute oder chronische Hepatitis C handelt, sondern sagt lediglich aus, dass der Körper schon einmal mit dem Virus in Berührung gekommen ist.

Antikörper sind noch einige Jahre nach einer durchgemachten Infektion im Blut nachweisbar, hinterlassen aber bei Hepatitis C im Gegensatz zu anderen Viruserkrankungen keine Immunität.

Es gibt auch falsch-positive oder falsch-negative Testergebnisse.
Bei immungeschwächten Patienten (HIV, Dialyse, nach Transplantationen) kann es vorkommen, dass der Antikörper erst viel später oder gar nicht nachweisbar ist, also falsch-negative Testergebnisse.
Aber auch bei neuesten Anti-HCV-Tests gibt es unter Umständen falsch positive Resultate, d.h. es werden Antikörper angezeigt, die gar nicht wirklich vorhanden sind. Deshalb wird bei einem positiven Ergebnis ein Bestätigungstest durchgeführt.

 

Bestätigungstest PCR

PCR = Polymerase Chain Reaktion oder Polymerase Kettenreaktion

Mit dem sog. PCR wird das Virus selbst nachgewiesen, allerdings nicht das Virus als Ganzes, sondern durch spezielle Tests gelingt der direkte Nachweis des Erbmaterials (RNA), indem die Gensequenzen durch eine Kettenreaktion vermehrt werden.
Mit diesem Test kann ein Nachweis schon sehr früh erbracht werden, nämlich bereits schon nach 3-4 Wochen.
Auch die Beurteilung einer Ausheilung oder eines Therapieerfolgs kann mittels PCR zuverlässig erfolgen.
Wichtig ist diese Art der Untersuchung auch beim Neugeboren innerhalb des ersten Lebensjahres. Würde nur ein Antikörpertest durchgeführt, so könnte es zu einem positiven Ergebnis kommen, weil im ersten Jahr das Kind noch die Antikörper der Mutter in sich trägt.

Es wird zwischen einer qualitativen und quantitativen PCR unterschieden.

Qualitative Tests eignen sich zur Diagnose der Hepatitis C und zur Verlaufskontrolle bei Patienten, bei denen keine Therapie vorgesehen ist.

Für die Verlaufskontrolle der Krankheit und die Wahl der richtigen Therapie ist jedoch oft die tatsächliche Menge an Erregern entscheidend. Zur Beurteilung des Therapieerfolgs und als Erfolgskontrolle eignet sich ein quantitativer Test.

Der qualitative Test sagt also nur aus: ja oder nein (also ob Viren da sind oder nicht)

Der quantitative Test bestimmt die Menge.

 

Virenlast

Auch die Virenlast wird mittels PCR bestimmt, wie sie oben bereits gelesen haben.
Aber was sagt die Virenlast aus, ausser für das Wissen, ob man positiv oder negativ ist?

Für die Verlaufskontrolle der Krankheit und die Wahl der richtigen Therapie ist jedoch oft die tatsächliche Menge an Erregern entscheidend. Zur Beurteilung des Therapieerfolgs und als Erfolgskontrolle eignet sich ein quantitativer Test.

Unklar ist, inwiefern die Virenlast mit der Schwere der Leberschädigung korreliert.

Anhand der Virenlast wird versucht, den Therapieerfolg einzuschätzen.

Auch zum Einschätzen der Infektiosität (Ansteckungsgefahr) wird die Virenlast bestimmt; also je höher der Virentiter, desto höher die Infektiosität.

 

Genotyp

Ebenso wird mittels PCR der Genotyp bestimmt.

Es werden sechs verschiedene Genotypen unterschieden, die wiederum zahlreiche Subtypen aufweisen.
Die Genotypen spielen allerdings nur für die Therapie eine Rolle, weil sie unterschiedliche Erfolgsaussichten auf das Ansprechen einer Therapie gezeigt haben.

Inwiefern die unterschiedlichen Genotypen für den natürlichen Verlauf eine Rolle spielen im Zusammenhang mit der Schwere der Erkrankung, ist nicht klar. Es gibt verschiedene Studien, die aber noch keine einheitlichen Resultate hervorbrachten.

Die Therapieaussichten der verschiedenen Genotypen werden je nach Literatur unterschiedlich angegeben.

Günstige Therapiefaktoren sind Genotyp 2 und 3 mit niedriger Virenlast. Erfahrungsgemäß heilen Infektionen mit vorgenannten Genotypen zu 80 - 90 % unter der derzeitigen Standardtherapie (Interferon/Ribavirin) aus.

Bei Genotyp 1 und 4 liegen die Erfolgsaussichten je nach Literatur und Studien zwischen 40 und 60 %.

Berücksichtigt werden müssen hierbei immer die Co-faktoren wie z.B. Infektionsdauer, Geschlecht, Genotyp, usw.


08.09.2010 - 12:00 Uhr


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