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Die Seite wurde zuletzt am
05.05.2009 15:14 bearbeitet.



Akute Hepatitis C

Die akute Hepatitis C verläuft zumeist symptomlos. Nur etwa 20 - 30% entwickeln eine sog. Gelbsucht (Ikterus), wobei sich die Haut und das Weiße der Augen gelb verfärben. Weitere 20 % entwickeln Symptome einer Hepatitis ohne Gelbsucht, die dann oft verkannt wird. Manchmal fühlt sich der Patient, als ob er eine Grippe hätte oder er verspürt nur Gelenkschmerzen, die dann oft nicht richtig zugeordnet werden. Viele Patienten fühlen sich müde und erschöpft, schreiben diese Zustände aber oft anderen Ursachen zu, wie z.B. Stress am Arbeitsplatz.
Deshalb wird das Akutstadium häufig übersehen.

Die Zeit, bis Antikörper im Blut nachgewiesen werden können, beträgt 2-12 Wochen, im Extremfall auch 2-26 Wochen. Diese Zeit, in der noch keine Antikörper im Blut nachweisbar sind, also vom Eintritt des Erregers bis zur Bildung der Antikörper, nennt man "Serolatenz". Häufig wird auch der Ausdruck "Inkubationszeit" hierfür verwendet, welcher aber nicht richtig ist.
Die Transaminasen steigen nur selten über 500 U/l an. In der akuten Phase können die Transaminasen erheblichen Schwankungen unterliegen, sodass eine Normalisierung der Leberwerte nicht immer eine Spontan-Ausheilung anzeigt. Die Leberwerte können später wieder ansteigen und somit den Übergang in eine chronische Hepatitis C anzeigen.

Ein schwerwiegender Verlauf während der Akutphase ist sehr selten. Deshalb kann man hier sagen, dass die akute Hepatitis C in der Regel nicht lebensbedrohlich ist. Das Problem liegt vielmehr in der hohen Chronifizierungsrate. Diese beträgt in etwa 70%. Von einer chronischen Hepatitis C ist auszugehen, wenn das Virus länger als 6 Monate nachzuweisen ist.

Nach einem akuten Infektionsereignis kann eine akute Hepatitis C relativ leicht diagnostiziert werden. Dies kann der Fall sein, nach Bluttransfusionen (früher der häufigste Übertragungsweg, kommt aber seit modernen Testmöglichkeiten kaum noch vor) oder nach Nadelstichverletzung oder ähnlichem. In der Nachbeobachtungsphase (6 Mon.) kann durch regelmäßige Tests (Antikörper sind erst nach 2-10 Wochen je nach Testverfahren nach der Infektion nachweisbar) und Bestimmung der Leberwerte eine akute Hepatitis C erkannt werden, auch wenn sich keine Gelbsucht entwickelt.

Bei Verdacht auf eine akute Hepatitis C kann eine Infektion mit einem sensitiven molekularen Nachweisverfahren (TMA) bereits innerhalb einer Woche nach der Exposition HCV-spezifische RNA nachgewiesen werden, aber keine Antikörper.
Wichtig ist aber, zu wissen, dass bei einer akuten Hepatitis C die Virenlast stark schwanken kann und HCV-RNA im Serum zeitweise unter der Nachweisgrenze liegen kann.

Eine Hepatitis C im Akutstadium kann heute mit einer entsprechenden Therapie fast immer ausgeheilt werden. Deshalb ist es wichtig, dass das Akutstadium möglichst festgestellt wird.



08.09.2010 - 12:02 Uhr


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